Nachdem die beiden jüngsten Posts sich in erster Linie um Twitter drehten, geht es diesmal weiter bei Punkt 3 meiner zehn Tipps zur Einschätzung, ob Sie Ihre Kommunikation im Onlinebereich ausbauen sollen:
3. „Es gibt im Netz – wie in der traditionellen Medienwelt – Meinungsbildner, die eine kleine, aber durchaus beachtenswerte Zielgruppe, beeinflussen. Diese sollten Sie – wie jeden anderen traditionellen (Fach)Journalisten, der sich mit Ihrem Unternehmen/Ihrer Organisation/Ihrem Geschäftsfeld beschäftigt – kennen.“
Angesichts der täglich wachsenden Anzahl von Weblogs, erscheint es schwierig, bei der Entwicklung am Ball zu bleiben. Aber keine Sorge: Ihr Feedreader hilft Ihnen dabei. Und gesunde Neugier ebenso: Gucken Sie sich in der Blogosphäre um. Verschaffen Sie sich immer wieder einen aktuellen Eindruck. Welcher Blog erscheint Ihnen kompetent, zuverlässig und relevant? Welchen lesen Sie selbst gern? Mit welcher Autorin/welchem Autor könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen – und warum (nicht)? Wie auch bei anderen Themen könnten Sie dazu eine Sprachregelung für bzw. gegen eine Zusammenarbeit entwickeln.
Es könnte ja zum Beispiel sein, dass sich ein Blogger bei Ihnen meldet und nach einer Stellungnahme oder einem Pressefoto fragt. Da wäre es von Vorteil, ohne großen Rechercheaufwand zu wissen, mit wem Sie es zu tun haben und ob eine Zusammenarbeit in Ihre Strategie passt. Kommunizieren Sie Ihre Entscheidung eindeutig und gut begründet. Denn Ihre Haltung könnte mit wenigen Klicks zum Thema im Netz werden. Dafür ein Beispiel:
Am 27. Februar erschien auf dem Blog Carta ein Artikel, der eine Konversation zwischen einem Blog-Autoren und der Pressestelle des ZDF beschreibt. Autor Robin Meyer-Lucht hatte für einen Artikel über ZDF-Chefredakteur Nikolas Brender ein Foto in Mainz angefragt. Er bekam es nicht. Erwartungsgemäß konnte er die Entscheidung des ZDF nicht nachvollziehen. Auch hielt er die Kommunikation des ZDF für nicht konsistent. Beides machte er im oben verlinkten Artikel zum Thema.
Andere Blogs haben dies aufgegriffen, etwa Medienlese. Das Resultat: Eine wochenlange Diskussion auf mehreren Blogs, die sich auch schnell solchen Themen wie Wertschätzung, dem Verhältnis zwischen neuen und traditionellen Medien sowie GEZ-Gebühren zuwandte. Hätten Sie gern Anlass gegeben zu einer solchen Diskussion?
Epilog: Am 9. März fand sich die Geschichte bei Spiegel Online wieder – hatte es also in Deutschlands meistgeklicktes Nachrichtenportal geschafft. Und damit wären wir auch schon beim nächsten Hinweis für die Bewertung von Online-Kommunikation: Das Internet ist kein Paralleluniversum. Dazu später noch ein paar Beispiele.
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