
In den vergangenen Tagen haben viele Social-Media-Experten ihre persönlichen Ausblicke für das Jahr 2010 veröffentlicht. Hier einige der Prognosen, ausgewählt nach rein subjektiven Eindrücken.
Thomas Knüwer, bis vor kurzem Handelsblatt-Reporter und inzwischen
Berater in Sachen Umsetzung und Redaktion für Social Media, Web 2.0 und digitale Strategie, sieht unter anderem in den Themen Apps, Echtzeit-Internet und dem Wandel von Unternehmenswebseiten die
Schwerpunkte für 2010.
Dirk Manthey, Herausgeber des Medien-Portals
MEEDIA, hingegen glaubt, dass die Echtzeit-Suche keine große Rolle im kommenden Jahr spielen wird. „Wer bitte kann und will diese Informationsmengen verarbeiten? Eigentlich müsste der Weg genau andersrum sein: Die Suchmaschinen sollten nicht mehr, sondern bessere Informationen liefern. Das wäre doch mal eine Innovation“, so Manthey. In seinen
Medientrends für 2010 erwartet er den Durchbruch digitaler Lesegeräte, eine Verstärkung von Online-Werbung sowie den Siegeszug von Apples iPhone.
Mike Schnoor, hauptberuflich Press Officer beim Videodienst
sevenload.com, prognostiziert
in seinem privaten Blog unter anderem die Ausbreitung des „täglichen Wahnsinns“ mit Twitter. Schnoor: „In der Bahn, beim Mittagessen, nach dem Sport oder vor dem Schlafengehen preisen sich viele Leute in der Öffentlichkeit und zwitschern wild drauf los. Twitter entwickelte sich bereits in 2009 zu einem Massenphänomen, dem sich im nächsten Jahr keiner mehr entziehen kann.“ Große Bedeutung misst er auch
Empfehlungen im Rahmen von Communities sowie der Einführung von einheitlichen Messmethoden und Kennzahlen bei.
David Nelles von
Digital Conversation geht davon aus, dass sich Unternehmen im kommenden Jahr dem nutzergenerierten Dialog in Social Media stellen werden. „Dabei wird es vorerst nicht zu großen sichtbaren Social Media Initiativen kommen, sondern zu einer weniger visiblen, aber nicht weniger grundlegenden Einbeziehung des nutzergenerierten Dialogs in die Unternehmenskommunikation kommen“, so Nelles. Er geht zudem davon aus, dass viele Unternehmen sich auch mit der Bedeutung von Twitter, Facebook & Co. für die Unternehmenskultur auseinandersetzen werden: „Die Unternehmenskommunikation wird in Zukunft zum Social Media Trainer der Mitarbeiterschaft werden, um einen sicheren Übergang von der One Voice Policy hinzu einer One Message/many voices Policy zu garantieren. Denn die Mitarbeiter werden durch ihre eigenen Aktivitäten auf den nutzergenerierten Medien zu relevanten Sprecher ihres Arbeitgebers.“
Ergänzt wird der Beitrag durch eine Präsentation mit Prognosen weiterer Social-Media-Experten.
Zum Abschluss noch ein Blick über den Tellerrand: Für CNN hat Peter Cashmore vom renommierten
Blog Mashable „
10 Web trends to watch in 2010” zusammengestellt, darunter die Themen „Echtzeit“ sowie sogenante „location-sharing services“ wie
Foursquare,
Gowalla,
Brightkite und
Google Latitude.
Foto via
Mark Max Henckel